BSKV-Vorschlag über ein neues Spielrecht

In diesem Artikel will ich euch den Vorschlag über ein neues Spielrecht etwas erläutern.

Zuerst einmal hier der nachgebesserte, aktuelle Vorschlag, der in dieser Form beim nächsten BSKV-SAS

als Antrag zur Abstimmung eingebracht wird, dazu noch dieses Anschreiben.

ZIELSETZUNG

Mit dem neuen Spielrecht soll viel Bürokratie abgeschafft werden und die Kegler sollen flexibler in den

Mannschaften eingesetzt werden können.

WANN SOLL DAS SPIELRECHT EINGEFÜHRT WERDEN?

Sollte das Spielrecht im nächsten SAS mehrheitlich beschlossen werden, so müssen diese Reglements ja

erst in Sportwinner programmiert werden. Man geht davon aus, dass dies dann erstmals in der Saison 2020/2021

angewendet werden kann. In der kommenden Saison 2019/2020 wird es in keinem Fall dazu kommen.

So bleibt auch noch jedem Kegler genug Zeit sich darüber ausführlich zu informieren.

SPIELEINSÄTZE

Eine begrenzte Zahl von Aushilfseinsätzen nach oben gibt es dann nicht mehr, da ja die Mannschaften flexibel gewechselt werden

dürfen. Aber es gibt eine begrenzte Anzahl von 24 Einsätzen, welche ein Spieler während der gesamten Spielrunde kegeln darf.

WIE FUNKTIONIERT DAS EIGENTLICH?

Man startet in die Saison ohne namentliche Mannschaftsmeldung. Am 1. Spieltag können die Spieler/-innen

beliebig in den Mannschaften eingesetzt werden. Am 2. Spieltag können die Spieler/-innen nur noch eingeschränkt eingesetzt

werden, denn beziehen sich die Einsatzmöglichkeiten auf den letzten vorherigen Einsatz eines Spielers. Ein Spieler darf dann 

entweder in der gleichen Mannschaft, eine Mannschaft darunter oder in einer höheren Mannschaft eingesetzt werden.

Beispiel: Hat ein Spieler in der 2. Mannschaft gekegelt, darf er das nächste Spiel wieder in der 2. Mannschaft, in der 3. Mannschaft

(eine Mannschaft darunter) oder in der 1. Mannschaft (einer höheren) eingesetzt werden. Hat der Klub noch eine 4. oder eine gemischte

Mannschaft, so darf er in diesen nach dem Einsatz in der 2. Mannschaft nicht spielen.

In dem Vorschlag ist dies auch grafisch dargestellt.

Es sind auch schon einige Sonderfälle, wie z.B. Einsatz als Einwechselspieler, Festspielen usw. reglementiert worden.

WAS BEDEUTET, WENN MAN SICH IN EINER MANNSCHAFT FESTSPIELT?

Unter dem Festspielen in einer Mannschaft nach dem 10. Einsatz versteht man, dass man danach nicht mehr in einer untergeordneten

Mannschaft des Klubs eingesetzt werden darf.

Auch hier ein Beispiel: Ein Spieler wird das 10. mal in der 2. Mannschaft eingesetzt, so darf er grundsätzlich nicht mehr in der 3., 4, oder

einer gemischten Mannschaft mehr eingesetzt werden.

Einzige Ausnahme: Der Spieler macht eine 6-wöchige Pause. Nach dieser Frist darf er wieder in jeder Mannschaft des Klubs eingesetzt werden.

Kegelt er allerdings das 11. mal in der 2. Mannschaft, ist er dort sofort wieder "festgespielt". Diese Festspielen trifft auf Kreisebenen nicht zu.

VORTEILE

Es entfallen die namentliche Meldung, die Ummeldung zur Rückrunde oder Ummeldungen wegen Krankheit.

Die Spieler können relativ variabel in den verschiedenen Mannschaften eingesetzt werden. Ist einmal in der letzten Mannschaft ein Spieler-

engpass, kann ein Spieler aus einer höheren Mannschaft aushelfen.

Auf Kreisebenen ist kein Festspielen möglich.

Einheitliche Regelung im gesamten BSKV.

NACHTEILE

Wie jede Sache auf dieser Welt hat eben alles Vor- und auch Nachteile.

Das Festspielen nach 10 Einsätzen in einer Mannschaft kommt gerade in der kritischen Zeit der Saison von Januar bis März, wenn die Kegler

zu den üblichen Ausfallgründen zusätzlich wegen häufig auftretenden Erkältungen ausfallen. Also wenn man dann die Aushilfen aus einer oberen

Mannschaft bräuchte, kann man nicht mehr darauf zugreifen, weil die Spieler festgespielt sind.

Ein Klub könnte aber auch so agieren, dass er während der Saison die Spieler immer wieder in anderen Mannschaften einsetzt, dass sie sich eben

in keiner Mannschaft festspielen, das bedeutet aber gleichzeitig, dass er dann seine Spieler nicht mehr nach ihren Spielvermögen leistungsgerecht

einsetzt. Das heißt, es spielen z.B. nicht immer die besten in der 1. Mannschaft.

Das "Runterspielen" kann zu extremen Wettbewerbsverzerrungen führen. Je mehr Ligenebenen zwischen den Mannschaften eines Klubs liegen, desto

höher ist die anzunehmende Wettbewerbsverzerrung. Beispiel: Kegelt ein Spieler aus einer 1. Mannschaft in die 2. Mannschaft runter und liegen dazwischen

5 Ligenebenen, ist der zu erwartende Leistungsunterschied wesentlich deutlicher als wenn nur eine oder zwei Ligenebenen dazwischen liegen.

Hier muss man natürlich nicht von einer Tagesform, sondern vom Gesamtschnitt ausgehen.

Als weiteren Nachteil muss man auch sehen, dass nach dem Wegfall der Meldungen (siehe Vorteile), es einen erheblichen Aufwand für die Klubsportwarte

und Mannschaftsführer darstellt. Sie müssen immer aktuell auf dem neuesten Stand sein und über alle Einsätze der Spieler in allen Mannschaften im Klub

Bescheid wissen, damit ihnen kein Fehler beim Einteilen der Spieler passiert. Die Geschlossenheiten der Mannschaften gehen dabei unter Umständen verloren,

weil des öfteren andere Spieler eingesetzt werden.

Für Klubs mit mehreren Mannschaften ist diese Flexibilität gegenüber Klubs mit einer oder nur zwei Mannschaften ein klarer Vorteil, weil sie personell einfach

mehr Möglichkeiten haben.

Hilft ein Spieler aus der "3. Mannschaft" in der 1. Mannschaft aus, so muss er sich über einen Einsatz in der 2. Mannschaft erst wieder in die 3. Mannschaft runterspielen.

Hier endet die Flexibilität.

FAZIT - MEINUNGEN

An dieser Stelle bedanke ich mich recht herzlich für alle Statements, die bei mir aufgeschlagen sind. Wenn auch nicht immer hieb- und stichhaltig, bzw. sachlich

richtig argumentiert wurde, so war doch die Ablehnung des Vorschlags in MFR mehr als deutlich. Nur knapp 10 Prozent der Anschriften fanden den Vorschlag der

Arbeitsgruppe positiv. Was mir sehr positiv gefallen ist war, dass sich Klubs mit mehreren Mannschaften gegen den Vorschlag ausgesprochen haben, obwohl sie

die Vorteile für ihren Klub ebenfalls mit anführten.

Da muss ich sagen, dass sie das wirklich in der Sache beurteilt haben und sich außerordentlich fair verhalten haben - MEINEN RESPEKT.

 

Ich muss nun sagen, dass ich als langjähriger Spielleiter den Vorschlag grundsätzlich ja sehr interessant finde, allerdings diese Reglementierung in der

Gänze nicht akzeptieren kann. Meine Meinung ist, dass eine Änderung des Spielrechts der Mehrheit der Kegler einen Nutzen bringen und die Mehrheit der Kegler

vor allem überzeugen sollte, bevor diese eingeführt wird.

Wenn man sich die Reaktionen auf die Veröffentlichung der beiden Vorschläge ansieht, ist dies bei Weitem nicht der Fall. Auch die Nachbesserungen haben nicht

den gewünschten Erfolg bzw. Durchbruch geschafft.

Es gibt einen, meiner Meinung nach, besseren und für die Kegler interessanteren Vorschlag von einem jungen Spielleiter aus der Oberpfalz, den man weiter

verfolgen sollte. Der beinhaltet zwar eine namentliche Meldung, aber da können die Spieler entweder in höheren Mannschaften oder eine Mannschaft nach

unten aushelfen, sind aber weiter Stammspieler ihrer ursprünglichen Mannschaft, was bedeutet, dass wenn ein Spieler von der 3. Mannschaft in der 1. Mannschaft

aushilft, darf er das nächste Spiel sofort wieder in seiner 3. Mannschaft kegeln. Dieser hat auch den Vorteil, dass ein Spieler der 1. Mannschaft maximal nur

in der 2. Mannschaft aushelfen darf. Somit hielte sich die Wettbewerbsverzerrung in Grenzen.

 

Die Arbeitsgruppe des BSKV hat sich hier wirklich sehr ins Zeug gelegt und an sehr viele Eventualitäten gedacht. Hier muss man ihnen auch ein dickes Lob

aussprechen. Klar, dass sie nun ihr Ergebnis, dass sie unter ihrer Zielsetzung akribisch ausgearbeitet haben, so gut wie möglich verkaufen wollen. Und ich möchte

an dieser Stelle auch feststellen, dass die Funktionäre des BSKV sich aus Überzeugung für diverse Sachen einsetzen. Die setzen sich in ihrer Freizeit natürlich für

das Wohl des Kegelsports ein. Das ist es, was ihnen, wie uns allen, am Herzen liegt. Sonst würden sie diesen Einsatz nicht im Entferntesten bringen. 

 

ABER dennoch stellt sich die Frage,

ob wir das in dieser Form wirklich um jeden Preis brauchen. Noch ist es so, dass die Nachteile den Vorteilen in keinster Weise nachstehen. Auch wenn man seitens

des BSKV bemüht ist, möglichst viele positive Argumente für dieses Spielrecht zu finden und diese bestmöglichst rauskehrt, so wirken sie nicht nachhaltig nach und

relativieren sich gegenüber der Gegenargumente. Manche Argumente haben aber auch überhaupt nichts mit einer Einführung eines neuen Spielrechts zu tun. So

wurde bei der Infoveranstaltung in Erlangen-Bruck unter anderem in dem Zusammenhang auf die sinkenden Mitgliederzahlen hingewiesen. Nun, wegen einem neuen

Spierecht werden uns keine Kegler die Bude einrennen. Jetzt hat schon das neue Spielsystem nicht mal zu einer Stagnation der Mitgliederzahlen geführt, obwohl das

nun wirklich um einiges attraktiver gegenüber dem 100- und 200-Wurfsystem ist. Aber wir spielen jetzt halt anders als vorher, das war´s. Es wurde keine Werbung damit

betrieben. Die Welt hat davon nix bemerkt.

Klar, gab es damals viel Zweifel und sogar Streitigkeiten, die bis vor die Gerichtsbarkeit getrieben wurden. Aber müssen wir nun aus diesem Grund uns für etwas

entscheiden, was nicht optimal für die Mehrheit ist, womöglich unter dem Aspekt, dass man zu  einem späteren Zeitpunkt ja noch nachbessern kann?

Fakt ist, dass wenn dieses Spielrecht so beschlossen wird, dann ist das Kind defacto in den Brunnen gefallen. Dann muss man zusehen, wie man aus der Misere

rauskommt. Um zu einem späteren Zeitpunkt noch Änderungen herbeizuführen, ist immer ein aufwendiges Unterfangen und von den Abstimmungen des BSKV-SAS

abhängig. Jeder Bezirkssportwart hat im SAS nur eine Stimme. Mal sehen, wie die Entscheidung ausgeht. Ich würde mir wünschen, dass der Wunsch der Mehrheit

der Kegler zum Tragen kommt.

Als stimmberechtigtes Mitglied bin ich ehrlich gesagt schon ein wenig hin- und hergerissen, da ich den positiven Grundgedanken und einige Vorteile des Vorschlags

sehe, andererseits aber auch die Nachteile und damit verbundener Schwierigkeiten und letzendlich natürlich auch eure überwältigende Abneigung gegenüber

diesen Vorschlag.

Tja, da war natürlich einiges von meiner Meinung dabei, die sich aber mit dem deckt, was ihr mir so mitgeteilt habt. Gerne könnt ihr mir weiterhin zu dem Thema

eure Meinungen mitteilen. Wahrscheinlich werde ich noch das eine oder andere hier im Text hinzufügen. Das Thema ist ja komplex genug. Aber das hängt auch von

meiner (Frei-) Zeit ab. Die ist momentan grad knapp bemessen.

 

GUT HOLZ

Oliver Durin

Bezirkssportwart MFR